Der Bundesweite Vorlesetag – ein voller Erfolg!
Die Kinder im FRÖBEL-Haus für Kinder Mainzer Straße freuen sich über den Besuch am Aktionstag und tauchen ein in unterschiedliche Buchwelten.
Schon im Morgenkreis sind die Kinder gespannt und fragen sich, wer denn eigentlich diese neue Frau ist, die einfach so mittendrin sitzt. Sie heißt Viktoria und ist Erzieherin. Momentan ist sie noch in Elternzeit zu Hause. Viktoria ist heute zu uns gekommen, um vorzulesen. Einfach nur vorlesen? Toll! Die Kinder melden sich begeistert für die Bibliothek an. Stolz zeigen sie Viktoria, wo der Raum ist – schließlich war sie ja noch nie hier und kennt sich gar nicht aus – und drücken ihr schnell das Eintrittskärtchen in die Hand.
Die Kinder versammeln sich auf Kissen um Viktoria herum und sie öffnet den dicken, schweren Rucksack, den sie mitgebracht hat. Darin sind wirklich viele Bücher! Die Kinder suchen aus, womit begonnen werden soll. Sie wählen ein Buch, was sie schon einmal im Kindergarten gesehen haben: „Heute bin ich“. Wie passend, wo wir doch gerade mitten in unserem Gefühle-Projekt sind und erst im Infokreis gar nicht genug erzählen konnten, wie es uns gerade so geht und wie wir uns fühlen. Die Kinder schauen sie aufmerksam an, als sie je nach Stimmung der Fische ihre Mimik verändert und ahmen die Gesichtsausdrücke nach. Geduldig und mit vielen Beispielen erklärt sie unbekannte Wörter. Die Kinder nicken daraufhin verstehend. Doch, das ein oder andere Gefühl kommt ihnen bekannt vor.
Dann geht es weiter mit dem Grüffelo. Klar, den kennen die meisten auch schon. Aber die kleinen Figuren, die Viktoria dabei hat, kennen sie noch nicht. Jedes Kind erhält im Laufe der Erzählung eine und nach und nach werden sie dem Kontext zugeordnet. Was für ein Glück, dass das diesjährige Motto des bundesweiten Vorlesetages so ein dankbares Thema ist, denn zu „Gemeinsam einzigartig“ lässt sich viel finden.
„Noch eins!“ rufen die Kinder. „Klar, noch ein Buch!“ stimmt Viktoria zu. Lächelnd lässt sie die Kinder aussuchen. Keiner der kleinen Zuhörer denkt auch nur daran, lieber spielen zu gehen. Es gibt noch zwei weitere Bücher in Reimform vom selben Autor. Der Drache Zogg ist allen noch unbekannt und umso spannender. Die 3- bis 5-Jährigen sperren Ohren, Augen und Mund weit auf und saugen so jedes einzelne Wort in sich auf wie ein Schwamm.
„Mehr, bitte lies noch mehr!“ rufen die Kinder erneut. Und wieder ist unser Gast sofort bereit, ein neues Buch aus dem Fundus zu ziehen und vorzutragen. Und noch eins…und noch eins…mit erstaunlicher Ausdauer verschlingen die Vorleserin und ihr unermüdliches Publikum eine Lektüre nach der anderen. Es folgen noch Geschichten aus dem Kindergarten, z. B. von einem Jungen, der zunächst immer ausgeschlossen wurde. Den krönenden Abschluss macht auf ausdrücklichen Wunsch der gesamten schon lange windelfreien Schar, ausgerechnet das Kleinkinderbuch „Pip und Posy. Die kleine Pfütze“. Nach einer geschlagenen Stunde wird unserer hochmotivierten „Leih-Erzieherin“ doch ein wenig der Arm schwer, und die Beine wollen nicht mehr so richtig eine bequeme Position auf dem Polster finden…Unsere gierigen Bücherwürmer sind jedoch nur schwer davon zu überzeugen, dass die Lesezeit nun vorbei ist und dass spielen doch eine gute Alternative sein könnte.
Auf jeden Fall wollen wir das wiederholen – und dafür warten wir bestimmt nicht bis zum nächsten Bundesweiten Vorlesetag!
Wie gut, dass ein wöchentlicher Vorlesetag mit Eltern schon beschlossene Sache ist und demnächst in unserer Einrichtung startet!